Die Ausstellung verteilt sich auf drei Trierer Museen:
Das rheinische Landesmuseum widmet sich dem Leben und Wirken Neros. Im Museum am Dom wird das Thema Nero und die Christen näher beleuchtet. Und der Ausstellungsteil im Stadtmuseum Simeonstift dreht sich um den Mythos Nero in der Kunst.
Mit einem Kombi-Ticket können während der gesamten Dauer der Ausstellung alle drei Standorte besucht werden, also noch bis Oktober 2016.
Wir begannen im rheinischen Landesmuseum. Der Anspruch dort ist es, Neros Leben und Wirken auch von anderen Seiten zu beleuchten und in einen Kontext mit der damaligen Geschichtsschreibung zu bringen. So ist unser Bild, welches wir von Nero haben, auf die damaligen Historiker des römischen Reiches zurückzuführen. Tacitus beispielsweise gehörte der römischen Aristokratie an, mit der Nero sich bereits zu Lebzeiten angelegt hatte.
Dadurch ist auch mein Vorwissen über Nero sehr beschränkt gewesen: Brandstifter, Christenverfolger, Muttermörder. Nach der Ausstellung sind mir auch andere Seiten Neros bekannt: Olympiasieger, angesehen beim Volk, Seneca war sein Leher und Berater.
Für die Nero-Ausstellung wurden Exponate aus ganz Europa zusammengetragen. In den Ausstellungsräumen des Landesmuseums durchschritten wir Neros Leben und lernten anhand der vielen Erklärungen an den Wänden. Besonders gut gefiel mir die unterschiedliche Farbgebung der Räume, je nach Neros Lebenssituation und den historischen Ereignissen. So wurden die unterschiedlichsten Stimmungen sehr lebendig vermittelt.
Im Anschluss spazierten wir durch die Stadt zum Museum am Dom.
Der dortige Ausstellungsteil beginnt mit der Rolle Neros in der Christenverfolgung. Nach dem Brand von Rom schob er der noch jungen jüdischen Sekte, den Christen, die Schuld an dem Feuer zu. Eine systematische Christenverfolgung begann jedoch erst bei seinen Nachfolgern. Es werden die Unterschiede des jüdisch-christlichen Glaubens zum römischen Glauben sehr ausführlich dargestellt. Im Anschluss wird eine Brücke in die Gegenwart geschlagen und zu Toleranz der Religionen untereinander aufgerufen. Leider gibt es weltweit viel zu viele Länder, in denen die Bevölkerung nicht in Religionsfreiheit leben kann.
Falls Ihr demnächst in Trier oder in der Nähe seid, schaut Euch die Austellung an, es lohnt sich.
Schönen Sonntag!